Das Jahr 2024

31. Dezember 2024 | HAVAG Chronik

16. Dezember: Auf der Linie 5 SK wurde das „Halten auf Fahrgastwunsch“ eingeführt.

Zwischen den Haltestellen Florian-Geyer-Platz und der Endhaltestelle Bad Dürrenberg, Markt halten die Straßenbahnen im Saalekreis nun nur dann, wenn Fahrgäste den Halt anfordern. Die Regelung orientiert sich an der bereits erprobten Praxis der Buslinien im Landkreis Saalekreis sowie an ähnlichen Konzepten anderer Verkehrsunternehmen in Deutschland.
Ziel dieser Maßnahme ist es, die Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Anschlusssicherung der Linie 5 zu erhöhen. Gleichzeitig unterstützen Fahrgäste durch das Anfordern der Halte aktiv die Energieeinsparung, da unnötige Stopps und energieintensive Anfahrvorgänge vermieden werden.

6. Dezember: Es ist soweit: Die erste TINA ist da!

Die erste Straßenbahn der neuen TINA-Generation für Halle ist am 6. Dezember eingetroffen. Die „TINA“ (Total Integrierter Niederflurantrieb) bietet einen vollständig stufenlosen Innenraum, ein modernes Fahrzeugdesign sowie neueste Technik in den Bereichen Fahrzeugsteuerung und Sicherheit.

Hergestellt wird die neue Straßenbahngeneration vom Schweizer Unternehmen Stadler. Die erste Bahn ist bereits geliefert, weitere folgen im Jahr 2025. Nach umfangreichen Testfahrten werden ab 2025 insgesamt 56 TINA-Fahrzeuge nach und nach die seit fast 30 Jahren eingesetzten Niederflurbahnen des Typs MGT6D ersetzen.

14. September: STADTLand+: Neun neue Mobilitätsstationen für Halle.

Am 14. September 2024 fand am Steintor ein Mobilitätsfest zur Eröffnung der neuen movemix_stationen statt. Die Stationen wurden im Rahmen des ÖPNV-Modellprojekts STADTLand+ an mehreren zentralen Haltestellen in Halle errichtet:

  • S-Bahnhof Neustadt
  • Am Steintor
  • Südstadt
  • Trotha
  • Büschdorf
  • Hauptbahnhof
  • Heide-Universitätsklinikum
  • Reileck 

Die movemix_stationen verknüpfen umweltfreundliche Mobilitätsangebote wie Carsharing (movemix_car) und Bikesharing (movemix_bike) an einem Ort. Bis zum Jahresende entsteht eine weitere Station an der Haltestelle Moritzburgring.

27. August: Neuer Service in Bus und Bahn: Anschlüsse der nächsten Haltestelle werden in Echtzeit auf den Monitoren in Fahrzeugen angezeigt.

Wir haben einen neuen Service auf den Monitoren in unseren Bussen und Straßenbahnen getestet: Während der Fahrt erhalten Fahrgäste künftig in Echtzeit Informationen darüber, wann ihre Anschlusslinie an der nächsten Haltestelle abfährt.
 
Damit erweitern wir unser digitales Informationsangebot und machen den klimafreundlichen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch attraktiver. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderprogramms „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert.

2. August: Eine Brücke baut man nicht alle Tage: HAVAG, Stadtwerke und Stadt weihen neue Elisabethbrücke ein.

Zum Ende der Sommerferien wurde die neue Elisabethbrücke im Rahmen der Fluthilfe fertiggestellt und der Straßenbahnbetrieb wieder aufgenommen – ein besonderes Ereignis, denn eine Brücke baut man nicht alle Tage!
 
Seit Frühjahr 2023 wurde die Mansfelder Straße zwischen Rennbahnkreuz und Herrenstraße stadtbahnkonform ausgebaut. Die Elisabethbrücke, die durch die Flut 2013 schwer beschädigt wurde, entstand in nur einem Jahr neu. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 100 Personen gleichzeitig auf der Baustelle.

Zahlen und Fakten

  • Länge des Baufeldes: 966 Meter
  • Kosten der Elisabethbrücke: beauftragte Gesamtsumme: ca. 14 Millionen € (Fördermittel)
  • Gesamtkosten Mansfelder Straße inkl. Ersatzneubau Brücke: beauftragte Gesamtsumme: ca. 40 Millionen € (Fördermittel)
  • Brücke Gesamtgewicht: ca. 6.400 Tonnen, davon:
    • Stahlkonstruktion: ca. 685 Tonnen
    • Stahlbetonfertigteile: ca. 2.090 Tonnen Gesamtgewicht, 368 FertigteileOrtbetonmenge: ca. 1.300 Kubikmeter
    • Betonstahl: ca. 240 Tonnen
  • Gewerke im Einsatz: Von der Gründung der neuen Brücke bis zum Abbruch der alten Brücke sind über 15 Gewerke tätig.

    29. April: STADTBAHN Halle/Merseburger Straße Mitte: Vollständige Freigabe von zwei Bauabschnitten.

    Zwei weitere Bauabschnitte in der Merseburger Straße wurden erfolgreich abgeschlossen. Damit ist ein wichtiges Etappenziel im Rahmen des Programms STADTBAHN Halle erreicht: Die Bereiche zwischen Huttenstraße und Damaschkestraße sowie zwischen Damaschkestraße und Bunastraße wurden vollständig erneuert und wieder in Betrieb genommen.

    Wesentliche Neuerungen im Überblick:

    • Grundhafte Neuaufteilung und Neugestaltung des Straßenquerschnitts in beiden Bauabschnitten
    • Gleise auf besonderem Bahnkörper für höhere Reisegeschwindigkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
    • Begrünte Gleisbereiche mit Grasflächen und Baumallee
    • Mehr Sicherheit durch neu geschaffene Sicherheitsräume für Rad-, Fuß- und Autofahrende sowie signalisierte Kreuzungen
    • Barrierefreie, moderne Bahnsteige, z. B. an den Haltestellen Theodor-Neubauer-Straße und BG Klinikum Bergmannstrost Halle
    • Neue, moderne Haltestellen mit Fahrgastunterständen, Sitzgelegenheiten und elektronischen Echtzeit-Infoschildern, die auch für sehbeeinträchtigte Menschen gut nutzbar sind
    • Photovoltaik-Anlagen an den Haltestellen BG Klinikum Bergmannstrost Halle und Huttenstraße zur Versorgung der elektronischen Schilder und LED-Beleuchtung
    • Verbesserte Sicherheitsabstände und barrierefreie Querungen für einen sicheren Verkehrsraum
    • Umfassende Neuordnung der unterirdischen Leitungsinfrastruktur, inklusive Abwasserkanälen, Strom- und Gasleitungen
    • Neue Fernwärmetrasse unter der Merseburger Straße auf Höhe der früheren Fernwärmebrücke

    Die Baumaßnahme stand unter besonderen Herausforderungen, unter anderem durch Lieferengpässe infolge des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie. Auch die Integration der neuen barrierefreien Haltestellen und die Einhaltung sämtlicher Regelbreiten stellten hohe Anforderungen an Planung und Bauausführung.

     
    Erhalt der Baumallee und neue Bepflanzung:
    Der Schutz der bestehenden Bäume hatte hohe Priorität. Bei erkannten Wurzeln wurden die Arbeiten sofort pausiert, Leitungsführungen angepasst und alternative Bauwege gewählt. Die Bestandsbäume erhielten neues, nährstoffreiches Substrat, fachgerechte Pflege und zusätzliche Bewässerung.
     
    Zur Ergänzung der Allee wurden 44 neue Bäume sowie 683 Sträucher, 543 Stauden und rund 36.600 Blumenzwiebeln gepflanzt. Breitere Grünstreifen schützen nun die Wurzeln und reduzieren versiegelte Flächen. Die Arbeiten wurden durch eine ökologische Baubegleitung und einen dendrologischen Gutachter überwacht.