Das Adrenalin stieg kurz an:

28. Mai 2025 | Dessauer Straße, Haltestelle Frohe Zukunft

Kurzer Schreck für Bauprojektleiterin Heike Knopf: Ein Anruf von der Baustelle, es sei eine Bombe gefunden worden. „Das war Adrenalin und Gänsehaut pur“, sagt sie. Nicht ausgeschlossen, dass Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Baustelle Dessauer Straße gefunden werden. Täglich sind deshalb Experten der Kampfmittelsondierung vor Ort und prüfen das Baugebiet. Nach erfolgter Freigabe kann weitergebaut werden.

Genau nach Plan werden Bohrlöcher gesetzt und im Umkreis von 70 Zentimetern sondiert. „Ist alles sauber, werden die Bohrlöcher verfüllt und das Gebiet wird für den Bau der Versorgungsleitungen freigegeben“, so die Projektleiterin. Schon einmal gab es einen Verdachtsfall, der sich zum Glück nur als großer Bombensplitter und als alter Nachttopf entpuppte.

Und auch diesmal kann Entwarnung gegeben werden, denn die Bombe, die in 1,20 Meter Tiefe gefunden wurde, ist nicht mehr intakt. Es handelt sich vielmehr um viele große einzelne Bombenteile einer 500-Kilo-Bombe der Alliierten, so die Kampfmittelexperten. Der darin enthaltene Sprengstoff TNT liegt in Klumpen neben den Bombensplittern und wurde inzwischen vom Kampfmittelräumdienst des Landes Sachsen-Anhalts fachgerecht entsorgt.

Mitarbeiterin zeigt Bombensplitter.
Projektleiterin Heike Knopf zeigt einen Teil der Bombe, die bei den Bauarbeiten gefunden wurde.
Bombensplitter.
Die Bombenteile gehören zu einer 500-Kilo-Bombe der Alliierten, die 1944 oder 45 abgeworfen wurden, um die Siebel-Flugzeugwerke zu treffen. Die Klumpen vorn sind der Sprengstoff TNT.
Bohrlöcher im Boden.
Systematisch werden Bohrlöcher gesetzt und die Umgebung sondiert. Anschließend werden die Löcher verfüllt.