Abgeschlossene STADTBAHN-Projekte
Am Steintor
Der Umbau des Steintors (fertiggestellt 2017) war eines der wichtigsten Vorhaben im Programm STADTBAHN Halle. Die Gesamtkosten betrugen dabei 21 Millionen Euro, wovon die Stadt Halle 2 Millionen Euro für die Gestaltung der Grünbereiche und Platzflächen anteilig über die Städtebauförderung investierte. Insgesamt teilte sich das Vorhaben in drei Teilbereiche: der komplexe Verkehrsknoten im Bereich des Rossplatzes/Berliner Straße, der Knoten Ludwig-Wucherer-Straße und der Knoten im Platzbereich des Steintors.
Verkehrsknoten leistungsfähig ausgebaut
Der Verkehrsknoten Am Steintor hat eine hohe verkehrliche Bedeutung und eine starke Ausstrahlung als Stadtplatz. Hier herrscht viel Verkehr durch Autos und Straßenbahnen. Deshalb wurden die Platzfläche Am Steintor und die Kreuzungsbereiche Ludwig-Wucherer-Straße/Paracelsusstraße/Berliner Straße sowie die Ludwig-Wucherer-Straße bis Emil-Abderhalden-Straße komplett neu gestaltet und leistungsfähig ausgebaut.
Zeitgleich entstanden im Umfeld neben dem Steintor-Varieté ein Wohn- und Geschäftshaus mit Passage zum Steintorcampus. Das älteste Varieté Deutschlands erstrahlt in neuem historischem Glanz und der Campus des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrums der Martin-Luther-Universität wurde baulich vollendet.
Große Ulrichstraße
Die Große Ulrichstraße wurde 2013 fertiggestellt. Eingeschlossen in die Umbaumaßnahmen waren unter anderem die Gestaltung der Platzflächen am Neuen Theater und an der Einmündung zur Jägergasse. Ziel war, die Altstadt mit der nördlichen Innenstadt/Geiststraße zu verflechten. Der Bau erfolgte mit hoher gestalterischer Qualität, funktionsgerecht und entsprechend den Ansprüchen mobilitätseingeschränkter Personen. Zusätzlich konnten die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern berücksichtigt werden.
ÖPNV-Straße mit Tempo-20-Zone
Die Straßenzüge wurden zu ÖPNV-Straßen mit Tempo-20-Zone für den Anlieferverkehr umgebaut. Ebenso wurden Gehwege verbreitert und barrierefrei an Haltestellen (erhöht) und an Straßeneinmündungen (abgesenkt) gestaltet. Die Fußgängerquerung über dem Universitätsring ist nun durch eine Ampelanlage sicherer und die Radwege eindeutig und klar.
Böllberger Weg Nord
Von Sommer 2015 bis Dezember 2016 wurde der südliche Teil des Böllberger Weges Nord von der Geseniusstraße bis Böllberg, einschließlich der Wendeschleife der Straßenbahn, ausgebaut. Die Verkehrsanlagen befanden sich in einem schlechten baulichen Zustand und genügten hinsichtlich ihrer Maße und Beschaffenheit nicht mehr den praktischen Anforderungen. Auch dem aktuellen Stand der Technik konnten die Verkehrsanlagen nicht mehr gerecht werden, weshalb ein Umbau des Böllberger Weges Nord unumgänglich war.
Straßenraum neu aufgeteilt
Durch den komplexen Ausbau des Böllberger Weges Nord gelang es, die verschiedenen Verkehrsarten voneinander zu trennen und den Straßenraum neu aufzuteilen. Entsprechend den Förderrichtlinien wurde zusätzlich für den Straßenbahnverkehr eine behinderungsfreie Fahrt sowie ein barrierearmer Fahrgastzugang ermöglicht. Außerdem erhielt der öffentliche Straßenraum eine Aufwertung durch eine straßenbegleitende Baumallee.
Zunächst starteten die vorbereitenden Maßnahmen der Versorgungsunternehmen, insbesondere der Beteiligungsunternehmen Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH und Energieversorgung Halle GmbH. Diese schufen unterirdisch die notwendigen Voraussetzungen für den späteren Verkehrsbau.
Rasengleise sorgen für viel Grün
Seit Dezember 2016 rollen die Straßenbahnen über den neugestalteten Abschnitt. Zwischen der Geseniusstraße und der Straßenbahnschleife Böllberg fällt besonders das viele Grün zwischen den Gleisen ins Auge (Rasengleis).
Torstraße
Das Teilprojekt Torstraße ist seit 2013 fertiggestellt. Auf einer Länge von 580 Metern fand zwischen dem Rannischen Platz und dem Böllberger Weg eine Umgestaltung von Gleisanlagen, Fahrbahnen und Gehwegen statt.
Erneuert wurden außerdem die Straßen- und Gleisentwässerungsanlagen sowie die Straßenbeleuchtungs-, Fahrleitungs-, Bahnstrom- und Kommunikationsanlagen. Das Trinkwasser- und Energieversorgungsnetz wurde vollständig saniert, Kabelnetze zur Datenübertragung neu gebaut, der bestehende Abwasserkanal und partiell Gasleitungen erneuert.
Zusätzlich gibt es in der gesamten Torstraße nun einen Schutzstreifen für Radfahrende. Die Haltestelle Kurt-Tucholsky-Straße wurde auf 45 Metern Länge barrierefrei umgestaltet, inklusive akustischer Fahrgastinformation, Blindenleitsystem und einem Fahrgastunterstand. Trotz Umbau konnten alle Vorgärten in der Torstraße erhalten werden.
Böllberger Weg Süd
Von Dezember 2021 bis April 2024 wurden im Böllberger Weg Süd und im Südstadtring die Straßenbahnanlagen modernisiert und die Trassengestaltung und Trassengeometrie verbessert. Zahlreiche Baumpflanzungen unterstreichen den Alleecharakter der Trasse und klimafreundliche Grüngleise fallen sofort ins Auge. Insgesamt wurden 127 standortgerechte Bäume neu angepflanzt, darunter Linden, Hopfenbuchen, Zierkirschen und Feldahorn.
Die bestehende Behinderungen an den Knotenüberfahrten wurden entfernt und die Verknüpfung der Buslinien mit der Straßenbahn optimiert. Zudem sorgt der Ausbau der Haltestellen nun für einen zügigen und sicheren Fahrgastwechsel. Ein wichtiges Ziel der Baumaßnahme war der Bau barrierefreier Haltestellen und gesicherter Zuwegungen. Auf allen Bahnsteigen sind moderne Stelen zur Fahrgastinformation und neue Fahrgastunterstände vorhanden.
Die Behinderungen durch die zwei S-Bögen im Südstadtring wurden im Rahmen der Neutrassierung beseitigt. Hierdurch erhöht sich der Fahrkomfort für die Fahrgäste und der Verkehrslärm wird vermindert. Beidseitig der Verkehrsanlage wurde eine Baumallee angelegt. In Wörmlitz wurde zudem ein neu gestalteter Park & Ride- und Bike & Ride-Platz mit über 100 PKW-Stellplätzen gebaut.
Dieses multimodale Angebot soll die Nutzung des ÖPNV attraktiver machen.
Rannischer Platz
Im Oktober 2014 startete die Umgestaltung des Rannischen Platzes, alle sieben Knotenarme wurden grundhaft um- und ausgebaut. Die Verkehrssicherheit wurde durch klare Strukturierung der Verkehrsströme und eindeutige Erkennbarkeit der verkehrlichen Situation auf dem Rannischen Platz erhöht. Um die Übersichtlichkeit und Sicherheit des Platzes zu verbessern, wurde ein leicht ovaler Platz mit asphaltierter Fahrbahn und einer größeren Mittelinsel geschaffen.
Die Gleisanlage, bestehend aus einem Gleisdreieck mit sechs Weichen, erfuhr eine vollständige Erneuerung und wurde an die bereits umgebauten Straßenzüge Steinweg, Beesener Straße und Torstraße angebunden. Zudem fanden Erneuerungen der Kabel-, Trinkwasser- und Energieversorgungsnetze statt, während auch die Abwasserkanäle baulich ertüchtigt wurden.
Die Gehwege wurden an die neue Form des Platzes angepasst und barrierefrei mit abgesenkten Bordsteinen ausgebaut. Nach der Fertigstellung des neuen Rannischen Platzes profitieren Fahrgäste, Anwohnende, Autofahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger nun von einem modernen, zeitgemäßen und barrierefreien Platz, der übersichtlicher und sicherer ist.
Die Gesamtkosten für den Umbau betrugen sechs Millionen Euro, die aus dem Programm STADTBAHN Halle finanziert werden konnten.
Große Steinstraße
Die Große Steinstraße wurde von Februar 2018 bis Mai 2019 im Rahmen des STADTBAHN-Programms umfassend modernisiert, um die Leistungsfähigkeit und Qualität des ÖPNV in Halle zu verbessern.
Auf einer Strecke von rund 650 Metern vom Bereich Kleinschmieden bis zum Franzosenweg wurden der Gleiskörper vollständig erneuert, Fahrbahn sowie Geh- und Radwege saniert und ein Großteil der unterirdischen Infrastruktur modernisiert.
Am Joliot-Curie-Platz entstanden eine neue, rechtskonforme Verkehrsführung mit Ampelregelung, sichere Fußgängerquerungen sowie ein barrierefreier Bahnsteig; zudem wurden Niederflurbahnsteige gebaut und die Radverkehrsführung optimiert. Auch der Verkehrsknoten an der Oper wurde baulich angepasst.
Die Maßnahmen führen zu einem behinderungsfreien, leiseren und sichereren Straßenbahnbetrieb sowie einer deutlich erhöhten Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.
Veszpremer Straße/Südstadtring
Am Knotenpunkt Südstadtring/Paul‑Suhr‑Straße/Veszpremer Straße wurde ein neuer, hochmoderner und flexibler Verknüpfungspunkt für Straßenbahnen und Busse geschaffen, der den veränderten Fahrgastströmen – insbesondere der Verlagerung von der Silberhöhe in Richtung Veszpremer Straße – besser entspricht und als Pilotanlage für Sachsen‑Anhalt gilt. Die bisherige Gleisschleife Südstadt wurde dadurch überflüssig und zurückgebaut. Die Haltestelle Südstadt wurde auf Höhe des Florentiner Bogens 21 neu angeordnet, barrierefrei gestaltet und in die neue Fuß‑ und Radwegverbindung vom Pestalozzipark zum S‑Bahn‑Haltepunkt integriert. Moderne Bahnsteigausstattung mit Spritzschutz, Fahrgastunterständen, Informationssystemen sowie ein gesicherter Zugang durch eine Ampelanlage erhöhen Komfort und Sicherheit. Durch Renaturierungen der ehemaligen Gleisschleifenfläche, neue Baumreihen entlang des Südstadtrings und der Paul‑Suhr‑Straße sowie optimierte Verkehrsführungen für Auto‑, Fuß- und Radverkehr erhielt die Südstadt ein komplett neues und modernes Erscheinungsbild. Parallel wurden Fernwärme‑, Elektro‑, Abwasser‑ und Trinkwasserleitungen saniert.
Die Baumaßnahme wurde in drei Abschnitten realisiert: von 2016 bis 23. Juni 2017 (Südstadtring zwischen Mailänder Höhe und Veszpremer Straße/Paul‑Suhr‑Straße), vom 24. Juni bis 9. August 2017 (Knoten Veszpremer Straße) sowie vom 10. August bis Dezember 2017 (Kreuzung Paul‑Suhr‑Straße bis einschließlich Knoten Murmansker Straße).
Gimritzer Damm
Am 23. September 2019 gab der Verkehrsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Thomas Webel, das bedeutende Projekt „Gimritzer Damm/Heideallee“ nach Abschluss der umfangreichen Bauarbeiten feierlich frei. Im Rahmen der Fluthilfemaßnahmen am Gimritzer Damm und des Programms STADTBAHN Halle wurde dieser Bereich der Heideallee umgebaut und neugestaltet. Zwischen September 2016 und September 2019 entstand auf einer Länge von fast zwei Kilometern eine leistungsfähige und sichere Straßenbahngleistrasse. Es wurden barrierefreie Haltestellen und Umsteigepunkte von Bus zu Bahn realisiert, eine mehrreihige Baumallee angelegt und ein neuer Kreisverkehr errichtet.
Verkehrsanlagen wurden optimiert
Die Verkehrsanlagen am Gimritzer Damm sind ab Rennbahnkreuz bis zum Knoten Heideallee/Straßburger Weg erneuert worden. Die Straßenbahnstrecke verläuft nun ausschließlich in Mittellage als besonderer Bahnkörper. Die Knotenpunkte am Gimritzer Damm und der Heideallee wurden ausgebaut und angepasst. Zudem entstanden separate Wege für Passanten und Radfahrende. Alle Haltestellen erhielten Fahrgastunterstände und mobilitätsbehindertengerechte Bahnsteige.
Auch die Verkehrsorganisation wurde wesentlich verbessert: An der Haltestelle Gimritzer Damm entstand ein neu gestalteter Verknüpfungspunkt für Straßenbahn und Bus. Dieser ermöglicht nun einen verbesserten Übergang von den Straßenbahnlinien zu den Buslinien 34 und 36 am separaten Bahnsteig. Durch die bauliche Gestaltung sind die Anschlüsse nun zuverlässiger, Abweichungen durch wartende Busse wirken sich nicht mehr auf weitere Standorte mit Anschlüssen aus (bspw. Kröllwitz). Für die Nachtbuslinie 97 sind zwei barrierefreie Bahnsteige an der Haltestelle Weinberg Campus entstanden. Gefährliche Kreuzungspunkte zwischen Straßenbahn und Autoverkehr wurden mit der jetzt durchgehenden Mittellage der Straßenbahn beseitigt und damit die Verkehrssicherheit entscheidend erhöht.
Im Vorfeld der Arbeiten wurden zudem ein Abwasserkanal in der Heideallee gebaut und Trinkwasser-, Gas- und Stromleitungen ausgewechselt.
Insgesamt spürbare Vorteile für alle Verkehrsteilnehmenden sind die Leistungsfähigkeit, die Sicherheit, die Wirtschaftlichkeit, die Nachhaltigkeit und ökologische Optimierung der ausgebauten Strecke.
Ökologische Aufwertung der Trasse
Im Rahmen des Verkehrsprojektes wurden bedeutende Ausgleichspflanzungen durchgeführt. So entstanden beispielsweise in einer vierreihigen Baumallee bis zum Rennbahnkreuz etwa 200 neue Bäume. Zudem fanden im direkten Bereich der Saaleaue Anpflanzungen statt. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist die Pflanzung von Ulmen und Erlen im Bereich der Südpromenade. Außerdem umfasste das Projekt die Aufforstung von 5.000 Quadratmetern Hartholzgewächsen im Bereich der Rabeninsel.
Die Straßenbahntrasse verläuft weiterhin durch die im Bestand vorhandene vierreihige Platanenallee, die die Heideallee und Bereiche des Gimritzer Damms säumt. Durch die Pflanzung von insgesamt knapp 400 Bäumen wurde die vierreihige Baumallee bis hin zum Rennbahnkreuz erweitert. Ganz neu wurden Bäume auch in den Haltestellenbereichen gepflanzt. Dadurch entstand ein einmaliges natürliches Refugium im Zusammenhang mit einer leistungsfähigen und zukunftsträchtigen Verkehrstrasse für den ÖPNV, für Passanten, Radfahrende und den motorisierten Individualverkehr.
Merseburger Straße Nord
Das Vorhaben zum Ausbau der Merseburger Straße war eines der bedeutendsten Projekte innerhalb des Programms STADTBAHN Halle zur nachhaltigen Verbesserung der ÖPNV-Infrastruktur. Der Straßenzug Merseburger Straße Nord wurde von 2017 bis 2020 in einer Komplexmaßnahme ausgebaut. Dies umfasste alle Flächen, Anlagen und Leitungen. Der erste Ausbauabschnitt erstreckte sich von der nördlichen Baugrenze in Höhe der Brückenrampen des Riebeckplatzes zum südlichen Abschnitt der neuen Haltestelle an der Thüringer Straße und war ca. 970 Meter lang.
Mit der Einordnung eines stadtbahngerechten Bahnkörpers wurde der gesamte Straßenquerschnitt der Merseburger Straße neu aufgeteilt. Dies umfasste den Um- und Ausbau der Anlagen für den Individualverkehr, den Radverkehr und die Gehwege in diesem Abschnitt. Ebenfalls Bestandteil des Vorhabens war der Rückbau der Fußgängerbrücke über der Merseburger Straße.
Inklusive der Zusatzmaßnahmen Dritter wurden ca. 24,5 Millionen Euro in diesen Bauabschnitt im Rahmen des Programms STADTBAHN Halle investiert.
Verkehrsorganisation verbessert
Im Rahmen des Bauvorhabens wurde die Verkehrsführung am Knoten Merseburger Straße/Rudolf-Ernst-Weise-Straße angepasst. Durch die Umstellung des Verkehrs auf der B6 in Richtung Leipzig ist nun ein direktes Linksabbiegen in die Rudolf-Ernst-Weise-Straße möglich. Dies vermeidet die Umleitung über die Turmstraße/Pfännerhöhe und entlastet die Merseburger Straße im Abschnitt bis zur Thüringer Straße. Dadurch erhöht sich auch die Lebensqualität in diesem Wohnviertel.
Unterirdischer Bauraum neu geordnet
Die neue Verkehrsführung erforderte den kompletten Neubau der Lichtsignalanlagen, der Straßen- und Gleisentwässerungsanlagen, der Straßenbeleuchtung, der Bahnstromanlagen und der Fahrleitung sowie die Erneuerung der Kommunikationsanlagen der HAVAG und der Vorwegweisung. Auch die Verlegung umfangreicher Leitungstrassen der Versorgungsunternehmen war notwendig.
Durch die veränderte Geometrie der Verkehrsanlage im Vergleich zum Bestand musste der gesamte unterirdische Bauraum neu geordnet werden. Die Lage der bestehenden Medientrassen stimmte größtenteils nicht mehr mit der zukünftigen Anordnung der Straße, der Gleise und der erforderlichen Einbauten überein.
Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert
Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat sich deutlich erhöht, insbesondere für Radfahrende und Passanten. Die Fahrzeit der Straßenbahn verkürzte sich, und durch den barrierefreien Ausbau konnten Hindernisse im Straßenbahnbetrieb beseitigt werden. Zudem wurden die Übergänge optimiert, und alle Haltestellen erhielten einheitliche angehobene Einstiege, Fahrgastunterstände, Sitzmöbel sowie Fahrgastinformationsanlagen.
Alle Kreuzungen wurden ebenfalls optimiert, sodass die Verkehrsanlagen auch bei erhöhtem Sicherheitsanspruch leistungsfähig bleiben.
Straßenraum durch Neugestaltung aufgewertet
Der Straßenraum erfuhr durch die Neugestaltung eine deutliche Aufwertung. Hochwertige Materialien, insbesondere für die Oberflächenbefestigungen, kamen zum Einsatz. Wo immer möglich, wurden neue Baumstandorte integriert oder Bestandsbäume beibehalten und ersetzt. Insgesamt wurden mehr Bäume gepflanzt als gefällt. Zum Schutz der vorhandenen Bäume wurden umfassende Maßnahmen ergriffen, darunter Baumschutz, Wässerungsaktionen, Handschachtungen und Bodenabsaugungen sowie die Verwendung neuen Bodensubstrats und neuer Baumscheiben.
Leistungsfähiger Abwasserkanal gebaut
Vor dem Ausbau der Verkehrsanlagen wurde im Auftrag der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH ein neuer Abwasserkanal im unterirdischen Kanalvortrieb neu gebaut. Der Kanal hat einen Außendurchmesser von 1,28 Metern, ist 550 Meter lang und verläuft in ca. sechs bis acht Metern Tiefe.
Bauabschnitte erfolgten „unter rollendem Rad“
Um die Beeinträchtigungen für den gesamten Verkehr und die Anliegenden möglichst gering zu halten, erfolgten die Arbeiten in mehreren Bauabschnitten und Baufeldern. Die Gesamtmaßnahme zum Ausbau der Merseburger Straße Nord gliederte sich in vier Bauphasen, die sich an den wesentlichen Verkehrsführungen orientierten. Innerhalb dieser Phasen gab es weitere Teilbauphasen, die Anpassungen an Sperrungen und Baufelder beinhalteten. Dadurch waren auch mehrere Teilinbetriebnahmen für die Verkehrs- und Nebenanlagen möglich. Die gesamte Baumaßnahme fand unter „rollendem Rad“ statt, was bedeutet, dass die Straßenbahn fast durchgehend fuhr und eine Fahrtrichtung des Kfz-Verkehrs aufrechterhalten blieb. Durch die eingleisige Befahrung der Bauabschnitte konnte ein langfristiger Schienenersatzverkehr für die Kundinnen und Kunden der HAVAG vermieden werden.
Mansfelder Straße West
Mit dem Ausbau der Mansfelder Straße West zwischen Rennbahnkreuz und dem Straßenknoten Herrenstraße wurde 2023 bis 2025 eine wichtige Verbindung zwischen Altstadt und Neustadt stadtbahnkonform ausgebaut. Auf diesem Abschnitt verkehren sechs Tageslinien, die die hallesche Innenstadt mit der westlichen Neustadt, dem Weinbergcampus und dem Universitätsklinikum, verbinden. Damit ist er eine wichtige Lebensader in der Stadt.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Elisabethbrücke berücksichtigt, die durch das Hochwasser 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Weil die Brücke nicht erhalten werden konnte, wurde ein Ersatzneubau neben der alten Brücke gebaut, finanziert aus Fluthilfemitteln. Das Baufeld des Abschnittes Elisabethbrücke erstreckte sich über 650 Meter vom Gimritzer Damm bis zur Mansfelder Straße/Ecke Hafenstraße/Holzplatz. Die alte Brücke wurde daraufhin abgerissen.
Straßenraum wurde neu aufgeteilt
Der rund 1.000 Meter lange Abschnitt wurde durch eine bedarfsgerechte Neuaufteilung des Verkehrsraums umgestaltet, was die Bedingungen für Straßenbahn-, Fußgänger- und Radverkehr erheblich verbessert. Ziel des Ausbaus war die Steigerung der Verkehrsqualität. Eine verbesserte räumliche Trennung der Verkehrsarten verhindert nun Beeinträchtigungen des Straßenbahnverkehrs. Zudem tragen optimierte Sicherheitsabstände zur Erhöhung der Reisegeschwindigkeit und einer höheren Fahrplansicherheit bei. Die Planung zielte darauf ab, alle Nutzungsansprüche an den Straßenraum ausgewogen zu berücksichtigen. So entstand unter anderem ein spezieller Bahnkörper für die Straßenbahn sowie ein Zweirichtungsradweg. Die neue Gleisanlage zeichnet sich durch den Einbau einer elastischen Schienenbettung aus, die die Abstrahlung von Körperschall und Erschütterungen verringert. An der neu barrierefrei gestalteten Haltestelle Saline gibt es nun eine gesicherte, signalisierte Fußgängerquerung. Über die gesamte Ausbaulänge hinweg wurde zudem eine neue Straßenbeleuchtung installiert.
Straßenbäume werden neu gepflanzt
Die Planung der Verkehrsanlage war so ausgelegt, dass der Eingriff in den vorhandenen Baumbestand auf ein Minimum reduziert wurde. Baumfällungen waren im Bereich des Neubaus der Brückenwiderlager und am inzwischen rückgebauten Parkplatz notwendig. Zwischen dem Rennbahnkreuz und der Hafenstraße sowie entlang der Saale wurden bis Ende April 2026 noch 64 Straßenbäume (Hochstämme, aktuelle Wuchshöhe ca. 2,0 m; Arten: Feldahorn, Roterle, Hainbuche, Esche, Stieleiche) und 3.600 Sträucher (Buschstämme, aktuelle Wuchshöhe ca. 50–70 cm; 32 verschiedene Arten) neu gepflanzt.
Im Rahmen des Neubaus wurde die Historie der Elisabethbrücke und ihrer Vorgängerinnen in einer Broschüre der Reihe "STADT WERK WISSEN" aufgebarbeitet. Auf Wunsch kann die Broschüre bereitgestellt werden, senden Sie dazu bitte eine E-Mail an: stadtbahn@stadtwerke-halle.de.
An der Magistrale
Die Magistrale in Halle-Neustadt ist für viele Autos, Fahrradfahrende und Passanten eine wichtige Verbindung in die hallesche Innenstadt. Außerdem nutzen mehr als 25.000 Fahrgäste täglich die Straßenbahn, sodass sie auch für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sehr bedeutend ist.
An der Haltestelle Schwimmhalle in Halle-Neustadt entstand ein zusätzliches Wendegleis. Das ist das bisher kleinste Projekt im Rahmen von STADTBAHN Halle. Mit dieser Wendestelle kann die HAVAG nun zusätzliche Straßenbahnen flexibler ins Liniennetz einbinden. Das ist besonders im Schülerverkehr und während der Stoßzeiten notwendig, um diese Verstärkerfahrten bei Bedarf schnell umzuleiten. In Zeiten geringeren Fahrgastaufkommens können hier Straßenbahnlinien enden und wieder in Richtung Innenstadt fahren. Bei hohem Fahrgastaufkommen können zusätzliche Fahrzeuge dort schnell und flexibel wenden. Die Wendestelle wurde mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2025 in Betrieb genommen.
Was wurde gebaut?
Neben dem stadtauswärtigen Gleis errichtete die HAVAG ein etwa 60 Meter langes Abstellgleis, auf dem eine Straßenbahn ohne Behinderung des durchgehenden Straßenbahnverkehrs abgestellt und gewendet werden kann. Zur Anbindung der Anlage in das bestehende Streckennetz wurden außerdem drei neue Weichen eingebaut und die Fahrdrahtanlage angepasst. Die Bauarbeiten an der Haltestelle Schwimmhalle wurden 2025 in zwei Bauphasen realisiert.