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Baustellentagebuch

Große Steinstraße

Wichtige Einblicke in Halles Stadtgeschichte

Archäologin Ines Vahlhaus steht auf den Fundamenten der alten Stadtmauer.
Archäologin Ines Vahlhaus steht bei einem Pressetermin auf den Fundamenten der alten Stadtmauer. Fotos: Corinne Richert

 

Von Corinne Richert

Die baubegleitende Archäologie in der Großen Steinstraße und am Joliot-Curie-Platz gibt wichtige Einblicke in Halles Stadtgeschichte. Nachdem bereits im Frühjahr 2018 Teile des historischen Steintors am Joliot-Curie-Platz entdeckt worden waren, wurden jetzt erneut Abschnitte der mittelalterlichen Stadtmauer im Bereich der Ostfahrbahn des Platzes freigelegt. Zudem traten im Bereich Große Steinstraße immer wieder Teile weitverzweigter, frühzeitlicher Holzwasserleitungen zu Tage. Die HAVAG passt ihre gesamte Bautechnologie den archäologischen Arbeiten an und wird aus heutiger Sicht die verkehrstechnische Inbetriebnahme Ende April schaffen.

Fundstücke aus dem Baufeld.
Fundstücke aus dem Baufeld.
Tonpfeifenköpfe aus der frühen Neuzeit.
Tonpfeifenköpfe aus der frühen Neuzeit.

Die freigelegten steinernen Fundamente der Stadtmauer aus dem 15./16. Jahrhundert mit einer Dicke von 1,20 Meter "belegt die Wehrhaftigkeit der Saalestadt", so Dr. Caroline Schulz, Projektleiterin und Referentin für Mittelalter und Stadtarchäologie vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. 

Die Archäologin Ines Valhaus arbeitet seit knapp einem Jahr auf der Baustelle Große Steinstraße.
Die Archäologin Ines Valhaus arbeitet seit knapp einem Jahr auf der Baustelle Große Steinstraße.
Reges Journalisten-Interesse bei der Pressekonferenz zu den archäologischen Funden.
Reges Journalisten-Interesse bei der Pressekonferenz zu den archäologischen Funden.

Im Zuge der hochmittelalterlichen Stadterweiterung erhielt Halle im 12. Jahrhundert eine (zunächst hölzerne) Stadtbefestigung, die in ihrer Ausdehnung bis ins 19. Jahrhundert bestehen blieb. Ihr Verlauf ist bis heute in den Straßenzügen Universitätsring – Moritzburgring – Robert-Franz-Ring – Hallorenring – Waisenhausring – Hansering noch erkennbar. Die Große Steinstraße durchzieht als historisch bedeutsame Ost-West-Achse das Stadtgebiet. Bereits seit Ende des 12. Jahrhunderts schützte ein steinernes Tor (1182 als porta lapidae erstmals erwähnt), das östliche Ende dieser Straße, die diesem Tor ihre Bezeichnung verdankt.

Gefunden wurde in diesem Bereich das für Archäologen übliche Spektrum an Artefakten. "Diese geben uns Aufschluss, wie Menschen damals gelebt haben. Darunter waren auch viele Tonpfeifenköpfe, die in Höhe des ehemaligen Steintores am Joliot-Curie-Platz gefunden wurden. "Damals befand sich da eine Zollstation, das hieß warten. Die Männer werden dabei dann erstmal gepflegt eine geraucht haben", so Frau Dr. Schulz sehr anschaulich. 


HAVAG-Projektleiterin Heike Knopf (rechts) im Gespräch mit Corinne Richert von der Stadtwerkekommunikation:  

25.01.2019