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Merseburger Straße Mitte

Das schwarz-weiße Foto wurde in der Mitte der Straße zwischen zwei Straßenbahngleisen aufgenommen und zeigt eine lange Straße, auf dessen linker Fahrseite Autos fahren.
Der mittlere Abschnitt der Merseburger Straße vor dem Umbau. (Foto: Stadtwerke Halle GmbH)

Die Merseburger Straße ist als Teil der B91 die wichtigste Nord-Süd-Achse für den Kfz-Verkehr in Halle. Neben Fußgängern und Radfahrern ist sie deshalb auch für den Öffentlichen Personennahverkehr sehr bedeutend. Deshalb wird in Stufe 2 des Programms STADTBAHN Halle auf der Linie 5 der Abschnitt zwischen Ammendorf und Kröllwitz für eine zukunftsfähige, schnellere Stadtbahnlinie in drei Teilabschnitten ausgebaut. Für jeden der Abschnitte des Vorhabens werden mehrere Varianten entwickelt, die dann in den Stadt-Gremien diskutiert werden, um eine Vorzugsvariante festzulegen, die alle öffentlichen Belange berücksichtigt und seit 2017 realisiert werden.

Eine Anmutung der Haltestelle. Bäume stehen im Hintergrund. Ein Fahrradfahrer fährt. Eine Person mit Kleinkind an der Hand steht an der Haltestelle.
Die künftige... (Grafik: Agentur Lot*s)
Eine Anmutung der Haltestelle. EIne Straßenbahn fährt tur Haltestelle. An der Haltestelle steht eine Person. Eine weitere Person rollt mit einem Rollstuhl zur Haltestelle. Eine weitere Person geht über die Straße.
... Haltestelle Bergmannstrost. (Grafik: Agentur Lot*s)

Der gesamte Straßenquerschnitt wird ausgebaut. Die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, besonders Radfahrer und Fußgänger, wird vorrangig verbessert. Die Reisezeit wird reduziert und mit einem barrierefreien Ausbau Behinderungen im Straßenbahnbetrieb beseitigt. Außerdem wird auch der Straßenraum durch Neugestaltung aufgewertet. Dafür bleiben durchgehende Baumreihen mit Alleecharakter erhalten oder werden neugestaltet und neue anspruchsvolle Oberflächenbefestigungen ausgebaut. Es werden alle Knotenpunkte optimiert. Die Verkehrsanlagen bleiben, bei erhöhtem Sicherheitsanspruch, leistungsfähig.

Neben der Optimierung der Übergänge, bekommen alle Haltestellen einheitliche barrierefreie Einstiege, Fahrgastunterstände, Sitzmöblierung, Spritzschutz und Fahrgastinformationsanlagen. Im Vorfeld werden Fahrleitungs-, Bahnstromversorgungs- und Kommunikationsanlagen sowie unterirdische Versorgungsleitungen angepasst.

Abschnitt Merseburger Straße Mitte

Das Foto zeigt eine Straße, auf der ein roter Bus der HAVAG und mehrere Autos unterwegs sind. In der Mitte der Straße befinden sich Straßenbahngleise.
Nach dem nördlichen Abschnitt der Merseburger Straße ist nun der mittlere Abschnitt dran. (Foto: Stadtwerke Halle GmbH)

Stand:

Nach dem Beginn der bauvorbereitenden Arbeiten für den Abschnitt Merseburger Straße Mitte im Februar 2022, starten ab 1. April 2022 die Bauarbeiten. Der Abschnitt schließt an den bereits fertiggestellten Abschnitt Merseburger Straße Nord in Höhe Thüringer Straße an und endet südlich der Rosengartenbrücken Höhe Pappelallee. Der Abschnitt Mitte wird in fünf Bauabschnitten „unter rollendem Rad“ realisiert, um den Straßenbahnbetrieb während der gesamten Bauzeit aufrechtzuerhalten. Dazu werden Gleiswechsel eingebaut, um den Straßenbahnbetrieb eingleisig aufrechterhalten zu können. 

Eine Anmutung der zukünftigen Haltestelle aus der Vogelperspektive. Eine Straßenbahn hält an der Haltestelle. Vor und nach der Haltestelle ist Grüngleis. Links und rechts der Haltestelle fahren Autos auf einer jeweils zweispurigen Straße.
Die künftige Merseburger Straße mit der Haltestelle Theodor-Neubauer-Straße. (Grafik: Marvin Kacheel)

Fünf Bauabschnitte

Der Straßenzug Merseburger Straße Mitte wird in einer Komplexmaßnahme auf 2,7 Kilometern zukunftsfähig ausgebaut, d.h. für den Ausbau der Straßenbahnanlagen werden alle Flächen, Anlagen und Leitungen einbezogen. Um die Beeinträchtigungen für den gesamten Verkehr und die Anliegenden möglichst gering zu halten, erfolgen die Arbeiten in fünf Bauabschnitten und weiter unterteilt in Baufeldern. Somit werden auch mehrere Teilinbetriebnahmen für die Verkehrs- und Nebenanlagen erfolgen. Während der gesamten Baumaßnahme wird der Straßenbahnbetrieb bis auf kurze Zeiträume aufrechterhalten. Durch die bauzeitlich bedingte eingleisige Befahrung kann für die Fahrgäste der HAVAG ein längerfristiger Schienenersatzverkehr vermieden werden. Für den Kfz-Verkehr soll immer eine Fahrtrichtung genutzt werden können.

Was soll gemacht werden? 

Der gesamte Gleis- und Straßenquerschnitt wird ausgebaut. Die Gleise der Straßenbahn werden in Mittellage als Grüngleis eingeordnet. Die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden, besonders Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger, wird verbessert. Die Reisezeit wird reduziert und die Pünktlichkeit durch einen vollständigen barrierefreien Ausbau erhöht. Behinderungen im Straßenbahnbetrieb werden beseitigt durch bauliche Anpassungen und neue Lichtsignalanlagen. Außerdem wird auch der Straßenraum durch eine Neugestaltung aufgewertet. Es bleiben die durchgehenden Baumreihen mit Alleecharakter erhalten, da wo es möglich ist, werden die Baumreihen mit Neupflanzungen ergänzt. Es werden alle Knotenpunkte insgesamt optimiert. Die Verkehrsanlagen werden, bei erhöhtem Sicherheitsanspruch, leistungsfähiger. Neben der Verbesserung und Sicherung der Fußgänger- und Fahrradüberwege mit Ampeln, bekommen alle Haltestellen einheitliche barrierefreie Einstiege, Fahrgastunterstände, Sitzmöblierung, Spritzschutz und Fahrgastinformationsanlagen. Im Vorfeld werden Fahrleitungs-, Bahnstromversorgungs- und Kommunikationsanlagen sowie unterirdische Versorgungsleitungen angepasst oder erneuert.

Straßenraum wird durch Neugestaltung aufgewertet

Der Straßenraum wird durch den Einsatz hochwertiger Materialien, insbesondere für die Oberflächenbefestigungen, aufgewertet. Um die Wurzeln der vorhandenen Bäume zu schützen und den Anteil der versiegelten Flächen zu reduzieren, werden die Fahrbahnbreiten gegenüber dem Bestand reduziert.

Soweit es möglich ist, werden neue Baumstandorte eingeordnet bzw. Bestandsbäume integriert oder ersetzt. Die Zielstellung zum Erhalt der Baumallee wird umgesetzt. Zum Erhalt der vorhandenen Bäume werden umfangreiche Leistungen erbracht (z. B. Baumschutzmaßnahmen, Wässerungsaktionen, Handschachtungen und Bodenabsaugungen, neues Bodensubstrat, neue Baumscheiben).  Wurzelschutzmaßnahmen sind zurzeit schon zu sehen. Es werden 88 Bäume entnommen, denn an verschiedenen Punkten gefährden Baumwurzeln Abwasserkanäle und Versorgungsleitungen. Mindestens zehn Bäume werden umgepflanzt. Weiterhin erfolgen 140 Neupflanzungen und Nachpflanzungen innerhalb der Baumreihen. 320 Meter Hecken werden neu- und nachgepflanzt. Insgesamt werden 3.590 Quadratmeter Flächen entsiegelt.

Alle Leistungen werden durch eine ökologische Baubegleitung kontrolliert. Auch ein dendrologischer Gutachter (Experte für Bäume) wurde für das Vorhaben beauftragt. Baumfällungen erfolgen nur dort, wo sie unabdingbar sind, aufgrund der Sicherstellung der Verkehrssicherheit oder aufgrund der Gefährdung von Versorgungsleitungen. Hierfür wurden umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen festgelegt (gemäß § 15 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz).  Unbedingt erforderliche Eingriffe in den Grünbestand erfolgen nur in den Bereichen, in denen die Baumaßnahmen bevorstehen.

Auf der Grundlage mehrerer Stadtratsbeschlüsse, insbesondere des Beschlusses vom 28. Februar 2018 wurde ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Der Planfeststellungsbeschluss erfolgte am 2. August 2019 und ist rechtskräftig.

Die Baumaßnahme wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt (MLV) gefördert.