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STADTBAHNPROJEKT Mansfelder Straße West in Planung

Mit dem geplanten Ausbau der Mansfelder Straße West zwischen Rennbahnkreuz und dem Straßenknoten Herrenstraße wird in den kommenden Jahren eine wichtige Verbindung zwischen Altstadt und Neustadt stadtbahnkonform ausgebaut. Auf diesem Abschnitt verbinden sechs Tageslinien die hallesche Innenstadt mit der westlichen Neustadt, dem Weinbergcampus und dem Universitätsklinikum, dieser ist damit eine wichtige Lebensader in der Stadt. Zu dem Abschnitt gehört die Elisabethbrücke, die durch das Hochwasser 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Weil die Brücke nicht erhalten werden kann, ist ein Ersatzneubau neben der alten Brücke geplant, finanziert aus Fluthilfemitteln. Danach wird die alte Brücke abgerissen. Das Projekt Mansfelder Straße West ist Bestandteil der Stufe 2 des Programms STADTBAHN Halle. Grundlage des STADTBAHN-PROJEKTES ist ein Stadtratsbeschluss vom 14. Dezember 2016. Maßnahmeträger ist die Hallesche Verkehrs-AG, ein Unternehmen der Stadtwerke Halle.

Elisabethbrücke wird neu gebaut

Gutachter stellten massive Flutschäden an der tragenden Unterkonstruktion der Elisabethbrücke und an den Pfeilern fest, die aus technischer und statischer Sicht nicht zu reparieren sind. Der Brückenneubau (Verbundkonstruktion mit Stahlhohlkästen und Stahlbetonplatte) wird als Zusatzmaßnahme innerhalb der Stadtbahnmaßnahme Mansfelder Straße durchgeführt und aus Flutmitteln finanziert. Das Baufeld des Abschnittes Elisabethbrücke erstreckt sich über 650 Meter vom Gimritzer Damm bis zur Mansfelder Straße/Ecke Hafenstraße/Holzplatz. 

Straßenraum wird neu aufgeteilt

Die Mansfelder Straße West vor dem Umbau. (Foto: Stadtwerke Halle GmbH)

Der Ausbau des insgesamt ca. 1.000 Meter langen Abschnittes erfolgt mit einer bedarfsgerechten Neuaufteilung des Verkehrsraumes mit dadurch verbesserten Bedingungen für den Straßenbahn-, Fußgänger- und Radverkehr. Mit dem geplanten Ausbau soll eine Erhöhung der Verkehrsqualität erzielt werden. Durch eine bessere räumliche Trennung der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden Behinderungen der Straßenbahnfahrt vermieden. Durch die Optimierung der Sicherheitsabstände aller Verkehrsteilnehmenden wird die Reisegeschwindigkeit erhöht und trägt zu einer höheren Fahrplansicherheit bei. Zielsetzung bei der Planung ist eine ausgewogene Berücksichtigung aller Nutzungsansprüche an den Straßenraum. Unter anderem ist ein besonderer Bahnkörper für die Straßenbahn geplant und ein Zweirichtungsradweg. An der neu barrierefrei auszubauenden Haltestelle Saline wird eine gesicherte signalisierte Fußgängerquerung angeboten. Grüngleise mindern künftig Fahrgeräusche und verbessern das Mikroklima. 

Verkehr wird während der Baumaßnahme aufrechterhalten

Aufgrund des Neubaus der Elisabethbrücke kann die wichtige Verkehrsanbindung zwischen Alt- und Neustadt aufrechterhalten werden, nur zur Einbindung der neuen Gleise der neuen Brücke an die Gleise vor und hinter Brücke wird es Sperrungen geben. Der Fußgänger- und Radverkehr wird über die gesamte Bauzeit sichergestellt. 

Straßenbäume werden neu gepflanzt

Die Planung der Verkehrsanlage ist so ausgelegt, dass der Eingriff in den vorhandenen Baumbestand auf ein Minimum reduziert wird. Baumfällungen werden im Bereich des Neubaus der Brückenwiderlager und am rückzubauenden Parkplatz notwendig. Zwischen Tennisplatz am Sandanger und Straßenknoten Holzplatz/Hafenstraße soll eine Neupflanzung von Straßenbäumen erfolgen. Der vorhandene Parkplatz muss durch die veränderte Linienführung überbaut werden. Es können aber Ersatzstellplätze für PKW längs vor dem Gebäude geschaffen werden. Es wird auf voller Ausbaulänge eine neue Straßenbeleuchtung vorgesehen. Die neue Gleisanlage wird durch Einbau einer elastischen Schienenbettung eine geringere Abstrahlung von Körperschall und Erschütterungen aufweisen.

Für den Abschnitt von der Herrenstraße bis zur Hafenstraße liegt bereits eine planfestgestellte Genehmigung vor, der Abschnitt Elisabethbrücke ist gerade in Planung. 

Bürger*innen wurden frühzeitig an Planungen beteiligt

Im November und Dezember 2021 konnten sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle frühzeitig an den Planungen zum Ausbau der Mansfelder Straße West und zum Neubau der Elisabethbrücke des zu bauenden Abschnittes nach § 25 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) beteiligen.

Das Planfeststellungsverfahren nach Personenbeförderungsgesetz (PBefG) i.V.m. § 74 VwVfG mit erneuter Öffentlichkeitsbeteiligung schließt sich nun an. Aufgrund der Pandemie standen die Pläne zum Vorhaben ausschließlich online auf dieser Webseite bereit.

Die HAVAG erreichten Fragen rund um die Straßenraumaufteilung und -gestaltung, die Parksituation und den Umwelt- und Schallschutz. Thema war auch, wie sich Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende und Menschen mit Behinderung zukünftig sicher und barrierefrei im Straßenverkehr bewegen können. Mehr Grün im Ausbaubereich wurde ebenfalls angeregt. Vertreterinnen und Vertreter der HAVAG beantworteten alle Einsendungen persönlich, zeigten auf, welche Ideen in die Planungen aufgenommen werden können und begründeten, welche Ansätze nicht realisierbar sind.

Eine Verbreiterung der Brücke und die damit verbundene Schaffung einer Ersatztrasse für die Hochstraße ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Es handelt sich bei der Brückenbaumaßnahme um einen 1:1-Ersatz einer bestehenden Anlage mit den gleichen Funktionen. Sowohl die Mansfelder Straße als auch die Anbindung an das Rennbahnkreuz sind für größere Verkehrsströme nicht ausgelegt.

Die bei der HAVAG eingegangenen Anregungen, Wünsche und Ideen werden auch im Planfeststellungsverfahren, das seit 11. April 2022 läuft, bedacht. Die Unterlagen können bis zum 10. Mai 2022 unter www.planfeststellungsverfahren.halle.de eingesehen werden.

Die Vertreterinnen und Vertreter der HAVAG beantworten während des Planfeststellungsverfahrens ebenfalls Fragen und erläutern gern die Planungen. Schreiben Sie Ihre Fragen bitte an: stadtbahn@stadtwerke-halle.de.

Die Baumaßnahme wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt (MLV) gefördert.